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verfahrensrecht:nutzungspflicht_fuer_rechtsanwaelte_und_behoerden
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Nutzungspflicht für Rechtsanwälte und Behörden

§ 130d S. 1 ZPO

Vorbereitende Schriftsätze und deren Anlagen sowie schriftlich einzureichende Anträge und Erklärungen, die durch einen Rechtsanwalt, durch eine Behörde oder durch eine juristische Person des öffentlichen Rechts einschließlich der von ihr zur Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben gebildeten Zusammenschlüsse eingereicht werden, sind als elektronisches Dokument zu übermitteln.

§ 130d Satz 1 ZPO wurde durch das Gesetz zur Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs mit den Gerichten vom 10. Oktober 2013 (BGBl. I S. 3786) neu geschaffen; die Pflicht zur Übermittlung als elektronisches Dokument gilt seit dem 1. Januar 2022.1)

Die seit dem 1. Januar 2022 geltende Pflicht zur Übermittlung als elektronisches Dokument nach § 130d Satz 1 ZPO ist auch auf bereits anhängige Verfahren anwendbar.2)

Die zwingende Einreichung von Erklärungen in der elektronischen Form betrifft die Frage ihrer Zulässigkeit. Die Einhaltung der vorgeschriebenen Form ist deshalb von Amts wegen zu prüfen. Ein Formverstoß führt zur Unwirksamkeit der Prozesserklärung.3)

Die Pflicht zur elektronischen Übermittlung gilt für sämtliche Erklärungen in allen Verfahren der Zivilprozessordnung, die schriftlich abzugeben wären, wenn es die Nutzungspflicht gemäß § 130d Satz 1 ZPO nicht gäbe.4)

Vorbereitende Schriftsätze und deren Anlagen sowie schriftlich einzureichende Anträge und Erklärungen, die durch einen Rechtsanwalt eingereicht werden, sind nach § 130d Satz 1 ZPO als elektronisches Dokument zu übermitteln

§ 130d S. 2-3 ZPO → Ersatzeinreichung

Die in § 130d Satz 1 ZPO normierte Pflicht zur Übermittlung als elektronisches Dokument gilt nur für Rechtsanwälte, Behörden und juristische Personen des öffentlichen Rechts, nicht aber für Patentanwälte.5)

Nach der grundsätzlich auch im Zwangsversteigerungsverfahren anwendbaren Zivilprozessordnung (§ 869 ZPO [→ Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung]) muss die Vollstreckungsbehörde den Antrag gemäß §§ 15, 16, 27 ZVG auf Anordnung des Zwangsversteigerungsverfahrens bzw. auf Zulassung des Beitritts als elektronisches Dokument übermitteln.6)

siehe auch

ZPO, Buch 1, Abschnitt 3, Titel 1 → Titel 1: Verfahren
Regelt die allgemeinen Bestimmungen und Abläufe des Verfahrens, einschließlich der Einreichung von Schriftsätzen, der Nutzung elektronischer Dokumente und der Verfahrensführung.

→ Besonderes elektronisches Anwaltspostfach (BEA)

1)
st. Rspr.; BGH, Urteil vom 11. Oktober 2024 – V ZR 261/23, Rn. 9; BGH, Beschluss vom 14. März 2024 – V ZB 2/23, Rn. 12; BGH, Beschluss vom 21. Juni 2023 – V ZB 15/22, Rn. 15, 27; vgl. BGH, Beschluss vom 26. Januar 2023 - V ZB 11/22, BeckRS 2023, 10045 Rn. 21; BGH, Beschluss vom 25. Januar 2023 – IV ZB 7/22, Rn. 11
2)
BGH, Urteil vom 15. Mai 2024 – VIII ZR 52/23, Rn. 25; m.V.a. BGH, Beschluss vom 10. Januar 2023 - VIII ZB 41/22, NJW-RR 2023, 427 Rn. 16 mwN
3)
BGH, Beschluss vom 14. März 2024 – V ZB 2/23, Rn. 12; m.V.a. BGH, Urteil vom 25. Mai 2023 - V ZR 134/22, NJW 2023, 2484 Rn. 6; BGH, Beschluss vom 25. Januar 2023 – IV ZB 7/22, Rn. 16; vgl. BT-Drucks. 17/12634, S. 27 re. Sp.; BGH, Beschluss vom 20. September 2022 - IX ZR 118/22, ZInsO 2022, 2579 Rn. 14; BGH, Beschluss vom 17. November 2022 - IX ZB 17/22, juris Rn. 6; BGH, Beschluss vom 15. Dezember 2022 - III ZB 18/22, juris Rn. 8
4)
BGH, Beschluss vom 21. Juni 2023 – V ZB 15/22, Rn. 15; vgl. BeckOK ZPO/von Selle [1.3.2023], § 130d Rn. 3
5)
BGH, Urteil vom 2. Dezember 2025 - X ZR 144/23 - Wasserklosett
6)
BGH, Beschluss vom 28. September 2023 – V ZB 16/23, Rn. 5
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