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verfahrensrecht:oeffentliche_zustellung

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verfahrensrecht:oeffentliche_zustellung [2022/08/09 10:07]
mfreund
verfahrensrecht:oeffentliche_zustellung [2022/08/09 10:08] (aktuell)
mfreund
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 persönliche Nachfragen beim ehemaligen Arbeitgeber, bei dem letzten Vermieter oder bei Hausgenossen und Verwandten des Zustellungsadressaten dessen Aufenthalt zu ermitteln.((BGH, Beschl. vom 9. Mai 2022 - I ZB 73/21; m.V.a. BGH, Urteil vom 4. Juli 2012 - XII ZR 94/10, NJW 2012, 3582 [juris Rn. 16 f.] mwN; Urteil vom 3. Mai 2016 - II ZR 311/14, NJW 2017, 886 [juris Rn. 41]; Urteil vom 8. Dezember 2016 - III ZR 89/15, NJW 2017, 1735 [juris persönliche Nachfragen beim ehemaligen Arbeitgeber, bei dem letzten Vermieter oder bei Hausgenossen und Verwandten des Zustellungsadressaten dessen Aufenthalt zu ermitteln.((BGH, Beschl. vom 9. Mai 2022 - I ZB 73/21; m.V.a. BGH, Urteil vom 4. Juli 2012 - XII ZR 94/10, NJW 2012, 3582 [juris Rn. 16 f.] mwN; Urteil vom 3. Mai 2016 - II ZR 311/14, NJW 2017, 886 [juris Rn. 41]; Urteil vom 8. Dezember 2016 - III ZR 89/15, NJW 2017, 1735 [juris
 Rn. 16] mwN)) Rn. 16] mwN))
 +
 +Im Fall der Forderungspfändung hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass an den Nachweis des unbekannten Aufenthalts des Schuldners wegen dessen wesentlich geringeren Schutzbedürfnisses unter Abwägung mit dem Justizgewährungsanspruch des Gläubigers in der Regel weniger strenge Anforderungen zu stellen sind als für öffentliche Zustellungen an den Beklagten im Erkenntnisverfahren.((BGH, Beschl. vom 9. Mai 2022 - I ZB 73/21; m.V.a. BGH, Beschluss vom 14. Februar 2003 - IXa ZB 56/03, NJW 2003, 1530 [juris Rn. 7]))
 +
 +Grundsätzlich genügt die Vorlage aktueller Auskünfte des für den letzten bekannten Wohnort des Schuldners zuständigen Einwohnermelde- und Postamts.((BGH, Beschl. vom 9. Mai 2022 - I ZB 73/21; m.V.a. BGH, NJW 2003, 1530 [juris Rn. 10]))
 +
 +Die Aufforderung des Vollstreckungsgerichts, Nachweise über zusätzliche weitere Ermittlungen vorzulegen, erschwert im Regelfall die Zwangsvollstreckung in unzumutbarer Weise, da diese nur selten erfolgversprechend, für den Gläubiger aber mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden sind. Sie darf daher
 +nur ergehen, wenn sich aus den Zwangsvollstreckungsunterlagen ergibt, dass erfolgversprechende Ansätze für die Ermittlung des derzeitigen Aufenthaltsortes des unbekannt verzogenen Schuldners tatsächlich vorliegen.((BGH, Beschl. vom 9. Mai 2022 - I ZB 73/21; m.V.a. BGH, NJW 2003, 1530 [juris Rn. 11]))
  
  
verfahrensrecht/oeffentliche_zustellung.txt · Zuletzt geändert: 2022/08/09 10:08 von mfreund