Sich widersprechende Begründungen im Klageantrag

Es ist anerkannt, dass für einen Klageantrag in tatsächlicher Hinsicht widersprechende Begründungen gegeben werden können, wenn das Verhältnis dieser Begründungen zueinander klargestellt ist, sie also nicht als ein einheitliches Vorbringen geltend gemacht werden.1)

Nach dem Grundsatz der Gleichwertigkeit des Parteivorbringens kann sich der Kläger danach die von seinem Sachvortrag abweichenden Behauptungen des Beklagten hilfsweise zu eigen machen und seine Klage darauf stützen.2)

Aber nur wenn der Kläger dies auch tut, darf das Vorbringen des Beklagten der Entscheidung zugrunde gelegt werden.3).

Wenn der Kläger den Vortrag des Beklagten bestreitet oder ein ihm günstiges Beweisergebnis nicht gegen sich gelten lassen will, ist es nicht zulässig, ihm einen Erfolg aufzunötigen, den er mit dieser tatsächlichen Begründung nicht beansprucht.4)

siehe auch

Klageantrag

1)
BGH, Urteil vom 18. Januar 2018 - I ZR 150/15; m.V.a. BGH, Urteil vom 25. Januar 1956 - V ZR 190/54, BGHZ 19, 387, 391
2)
BGH, Urteil vom 18. Januar 2018 - I ZR 150/15; m.V.a. BGH, Urteil vom 10. Januar 1985 - III ZR 93/83, NJW 1985, 1841, 1842
3)
BGH, Urteil vom 18. Januar 2018 - I ZR 150/15; m.V.a. BGH, Urteil vom 23. Juni 1989 - V ZR 125/88, NJW 1989, 2756 mwN; Urteil vom 14. Februar 2000 - II ZR 155/98, NJW 2000, 1641, 1642
4)
BGH, Urteil vom 18. Januar 2018 - I ZR 150/15 ; m.V.a. BGH, NJW 1989, 2756