Verspätetes Vorbringen

§ 282 (1) ZPORechtzeitiges Vorbringen in der mündlichen Verhandlung
§ 282 (2) ZPORechtzeitige Mitteilung von Anträgen sowie Angriffs- und Verteidigungsmitteln, auf die der Gegner voraussichtlich ohne vorhergehende Erkundigung keine Erklärung abgeben kann
§ 282 (3) ZPORechtzeitige Rüge der Zulässigkeit der Klage

§ 296 ZPOZurückweisung verspäteten Vorbringens im ersten Rechtszug

§ 531 ZPOZurückweisung verspäteten Vorbringens im Berufungsverfahren

Spätes Vorbringen ist grundsätzlich auf seine sachliche Relevanz für die Entscheidung zu prüfen und kann nicht als verspätet übergangen werden.1) Ist es erheblich, muss es der Entscheidung zugrunde gelegt werden2). Ist es entscheidungsunerheblich, ist es als unzulässig zurückzuweisen, ohne dass es eines sachlichen Eingehens auf das späte Vorbringen in der Entscheidung bedarf3).

Verspätetes Vorbringen vor DPMA und BPatG

§§ 282 Abs. 1 und 2, 296 Abs. 2 ZPO gehen vom Beibringungsgrundsatz aus, der im Gegensatz zu dem im patentamtlichen und patentgerichtlichen Verfahren herrschenden Amtsermittlungsgrundsatz steht. Nach herrschender Meinung wird darum eine entsprechende Anwendung dieser Regelungen im Einspruchsverfahren abgelehnt.4)

siehe auch

1) BGH, BlPMZ 1977, 277 – Gleichstromfernspeisung
2) BPatG, Beschl. v. 06.10.2005 – 14 W (pat) 6/04.
3) BPatG, Beschl. v. 16.03.2005 – 9 W (pat) 349/02
4) BPatG, Entsch. v. 5. Oktober 2006 - 6 W (pat) 93/01; m.V.a. Schulte, a. a. O., Einl. Rn. 172, 173; Busse, Patentgesetz, 6. Aufl. § 87 Rn. 8
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