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markenrecht:begriffliche_verwechslungsgefahr

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Begriffliche Verwechslungsgefahr

Erkennbarer eindeutiger Begriffsinhalt eines Zeichens
Zeichenähnlichkeit zwischen einer Wortmarke und einer dreidimensionalen Gestaltung
Abweichender Begriffsinhalt der Zeichen

Die Ähnlichkeit einander gegenüberstehender Zeichen [→ Zeichenähnlichkeit] ist nach deren Ähnlichkeit im (Schrift)Bild [→ Schriftbildliche Verwechslungsgefahr], im Klang [→ Klangliche Verwechslungsgefahr] und im Bedeutungs- oder Sinngehalt zu beurteilen, weil Marken auf die mit ihnen angesprochenen Verkehrskreise in bildlicher, klanglicher und begrifflicher Hinsicht wirken können. Dabei genügt für die Bejahung der Zeichenähnlichkeit regelmäßig bereits die Ähnlichkeit in einem der genannten Wahrnehmungsbereiche.1)

Begriffliche Ähnlichkeit zwischen einer Wortmarke und Marken anderer Kategorien ist anzunehmen, wenn die Wortmarke aus Sicht der angesprochenen Verbraucher die naheliegende, ungezwungene und erschöpfende Bezeichnung der zu vergleichenden Markengestaltung darstellt.2)

Dieser Grundsatz ist für die Kollision von Wort- und Bildmarken anerkannt.3)

Er gilt gleichermaßen für den vorliegend relevanten Vergleich zwischen einer Wortmarke und einer dreidimensionalen Gestaltung.4) [→ Zeichenähnlichkeit zwischen einer Wortmarke und einer dreidimensionalen Gestaltung]

Wird der Gesamteindruck der Wort-/Bildmarke durch deren Wortbestandteil geprägt, so ist aber Voraussetzung für eine Verwechslungsgefahr nach dem Sinngehalt der Zeichen, dass das Wort aus der Sicht der angesprochenen Durchschnittsverbraucher die naheliegende, ungezwungene und erschöpfende Bezeichnung des Bildes darstellt.5)

Bei einer Bildmarke entspricht die begriffliche Verwechslungsgefahr dem Motivschutz.

Eine Zeichenähnlichkeit zwischen einer Wortmarke und einer dreidimensionalen Gestaltung ist nicht von vornherein ausgeschlossen. Sie kann sich aber weder in klanglicher noch in bildlicher Hinsicht ergeben; vielmehr kann eine Zeichenähnlichkeit nur aus einer Ähnlichkeit im Bedeutungsgehalt folgen.6)Zeichenähnlichkeit zwischen einer Wortmarke und einer dreidimensionalen Gestaltung

siehe auch

1) BGH, Urteil vom 22. Januar 2014 - I ZR 71/12 - REAL-Chips; m.V.a. BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 I ZR 31/09, GRUR 2011, 824 Rn. 25 f. = WRP 2011, 1157 Kappa, mwN
2) st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 23. September 2015 - I ZR 105/14 - Goldbären
3) BGH, Urteil vom 23. September 2015 - I ZR 105/14 - Goldbären; m.V.a. BGH, Urteil vom 26. Februar 1971 - I ZR 67/69, GRUR 1971, 251, 252 = WRP 1971, 312 - Oldtimer; Urteil vom 14. März 1975 - I ZR 71/73, GRUR 1975, 487, 489 = WRP 1975, 357 - WMF-Mondmännchen; Urteil vom 25. Mai 1979 - I ZR 132/77, BGHZ 75, 7, 11 - Lila; Urteil vom 26. September 1985 - I ZR 86/83, GRUR 1986, 248, 249 - Sporthosen; BGH, Urteil vom 9. März 1989 - I ZR 153/86, GRUR 1989, 510, 512 - Teekanne II; BGH, Beschluss vom 18. März 1999 - I ZB 24/96, GRUR 1999, 990, 991 f. = WRP 1999, 1041 - Schlüssel
4) BGH, Urteil vom 23. September 2015 - I ZR 105/14 - Goldbären; m.V.a. Haag/Deckers, WRP 2013, 455, 458; Wolff, GRUR-RR 2013, 105; Berlit, MarkenR 2013, 169, 174 ff.; Hacker in Ströbele/ Hacker aaO § 9 Rn. 314; Ingerl/Rohnke, MarkenR, 3. Aufl., § 14 Rn. 978; Büscher in Büscher/Dittmer/Schiwy, Gewerblicher Rechtsschutz Urheberrecht Medienrecht, § 14 MarkenG Rn. 342
5) BGH, Beschl. v. 22. September 2005 - I ZB 40/03 - coccodrillo, m.w.N.; BGH, GRUR 1999, 990, 992 - Schlüssel
6) BGH, Urteil vom 23. September 2015 - I ZR 105/14 - Goldbären; hier: Wortmarke Goldbären ./. in Goldfolie eingewickelte Schokoladenfigur
markenrecht/begriffliche_verwechslungsgefahr.txt · Zuletzt geändert: 2017/08/10 06:47 von mfreund